Im Angesicht des Todes.
Begegnung zwischen Schicksal und Hoffnung

„Der blasse Tod pflegt gleichfalls anzuklopfen bei einem Schloss als einem armen Tropfen.“ Georg Philipp Harsdörffer: Icones Mortis, 1648.

Seit Anbeginn der Zeit beschäftigen sich Menschen mit ihrer eigenen Endlichkeit. Im Mittelalter erreichte das Sterblichkeitsbewusstsein seinen Höhepunkt und fand einen ganz neuen Ausdruck im Motiv des Totentanzes. Auch wenn die Bildsprachen höchst unterschiedlich sind und von humorvoll bis skurril und bitterernst reichen, das Motiv ist stets dasselbe und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren: Der Tod bittet alle zum Tanz, unabhängig von Stand, Besitz und Ansehen.

Die Ausstellung im Diözesanmuseum stellt einen gestickten Totentanz aus der eigenen Sammlung in den Mittelpunkt und sucht davon ausgehend Antworten auf die Frage, welchen Umgang Menschen von jeher mit Sterben und Tod gefunden haben.

Gestickter Totentanz, 16./17. Jh., Diözesanmuseum Osnabrück, Foto: Sabine Heitmeyer-Löns

Begegnung zwischen Schicksal und Hoffnung

Hochkarätige Leihgaben aus dem ganzen Bundesgebiet, der Schweiz und Österreich belegen dabei vor allem eins: Der Tod war und ist gegenwärtig und gehört nicht nur sprichwörtlich zum Leben dazu. Memento Mori! Bedenke, dass du stirbst war etwa im Mittelalter keine hohle Erinnerung, sondern Alltag in den Köpfen der Menschen. Damit verband sich in einer tiefgläubigen Gesellschaft nicht nur Angst und Schrecken, sondern vor allem die Hoffnung auf das Ewige Leben, ein Jenseits, das mehr verspricht als die Realität der Gegenwart.

Ergänzt wird die Ausstellung von einigen zeitgenössischen Positionen. Heute sind Sterben und Tod zwei der größten Tabuthemen. In einer Welt, die von ewiger Jugend träumt und in der neue Begriffe wie „Selbstoptimierung“ geboren werden, scheint der Tod keinen Platz mehr zu haben. Dass der sich davon nicht beeindrucken lässt, ist offensichtlich und wer ihm begegnet, macht sich auf die Suche nach neuen Antworten auf alte Fragen.

Rosenkranzperle, 16. Jh., Diözesanmuseum Osnabrück, Foto Hermann Pentermann

 Hans Thomann: „Der Tanz geht weiter“, 2015.

Das Diözesanmuseum bietet einen spannenden Rundgang und lädt ein, Gedanken zum Thema Tod vom Mittelalter und der frühen Neuzeit bis heute kennenzulernen.

Öffentliche Führungen
durch die Ausstellung Im Angesicht des Todes mit der Kuratorin Friederike Dorner.

Diözesanmuseum
Sonntag, den 19.2.2017 / 19.3.2017 / 23.4.2017 / 21.5.2017 und 25.6.2017
Jeweils um 15:00 Uhr
Kosten der Führung: 2 € pro Person zzgl. Museumseintritt
Private Führungen auf Anfrage.

„Kunst in Kürze“
Diözesanmuseum
Mittwoch, den 1.3.2017: Pluvialeschild und -stäbe mit Totentanzszenen
Mittwoch, den 5.4.2017: Die dreigesichtige Rosenkranzperle aus St. Clemens zu Iburg
Mittwoch, den 3.5.2017: Der Erzengel Michael als Seelenwäger

20-minütiger Kurzvortrag jeweils um 18 Uhr, kostenfrei

DIÖZESAN-
MUSEUM
Osnabrück

Kontakt

Telefon 0541 318 481
museum@bistum-os.de

Ort

Diözesanmuseum Osnabrück
Domhof 12
49074 Osnabrück

Öffnungszeiten

Di–So 10–18 Uhr